Die Entwickler von Heroes of the Storm sind aktuell nicht zufrieden damit, wie man während eines Spiels Erfahrungspunkte sammelt. Deshalb gibt es mit dem kommenden Patch 49.0 die saisonalen Nexus-Anomalien. Während dieser Anomalien testen die Entwickler grundlegende Änderungen von Spielsystemen auf den Liveservern und können so direkter Feedback der Spieler einsammeln. Der Vorteil dabei: Kommt eine Änderung bei den Spielern nicht an, dann verschwindet sie zum Ende der Saison wieder aus dem Spiel.

In der ersten Nexus-Anomalie kommen die Erfahrungskugeln ins Spiel. Beim Besiegen von Dienern bekommt man nun nicht mehr automatisch die entsprechenden Erfahrungspunkte gutgeschrieben, sondern man muss die Erfahrung mit seinem Charakter in Form von Kugeln einsammeln. So soll der Gewinn von Erfahrung direkter und intensiver ablaufen und auch mehr in den Fokus der Spieler rücken. Der Radius zum Aufsammeln ist dabei aber recht groß gewählt.

Wenn die neuen Erfahrungskugeln bis zum Ende der ersten saisonalen Nexus-Anomalie gut ankommen, dann werden sie eine dauerhafte Änderung in Heroes of the Storm. Folgend könnt ihr euch alle Details zum neuen System im Blog mit Senior Game Designer Alex Neyman durchlesen. Die kompletten deutschen PTR-Patchnotes für Patch 49.0 gibt es hier zu lesen.

Allein durch seine Gesten wird deutlich, wie begeistert Senior Game Designer Alex Neyman von den Erfahrungskugeln ist. Zuerst deutet er mit seinen Händen Formen an, während er erklärt. Dann lässt er sie im Karate-Stil auf den Tisch niedersausen, um das Gesagte zu unterstreichen. Er spricht von den riesigen Dienerarmeen, die sich in Heroes of the Storm oft im späten Spielverlauf bilden, und dass es sich jetzt dank der Erfahrungskugeln viel befriedigender anfühlt, diese angesammelten Wellen auszulöschen.

„Früher war das ein bisschen lästig“, gibt Neyman zu. „Aber jetzt freut man sich! Psychologisch gesehen ist es unglaublich befriedigend, all diese Diener zu vernichten und zu sehen, wie die Kugeln –“

(Dabei macht er ein Gräusch, das etwa wie „Schwupp, schwupp, schwupp“ klingt, und tut mit den Fingern so, als würde er Erfahrungskugeln aufsammeln.)

Vor neun Monaten begann das Entwickler-Team von Heroes of the Storm zu überlegen, wie man das Sammeln von Erfahrung intuitiver und unterhaltsamer gestalten könnte. Die damit einhergehenden Experimente gipfelten in den Erfahrungskugeln. Sie sind das erste einer Reihe von saisonalen Gameplay-Updates, die das Team Nexus-Anomalien nennt. Erfahrungskugeln funktionieren ähnlich wie die Regenerationskugeln, die bereits im Spiel sind: Besiegte Diener gewähren nicht länger automatisch Erfahrung, sondern hinterlassen Kugeln. Wenn ihr sie aufsammelt, tragt ihr zum Erfahrungskonto eures Teams bei. Der Aufsammelradius ist dabei sehr großzügig gewählt.

Nexus-Anomalien: Größere Gameplay-Updates, die gewertete Saisons begleiten

Erfahrungskugeln stellen eine fundamentale Änderung an einem Kernaspekt des Spiels dar, und das ist so gewollt. Genau solche großen Änderungen möchte das Team mit den Nexus-Anomalien testen, die aktuell mit jeder neuen gewerteten Saison veröffentlicht werden sollen.

„Wir versuchen beständig, das Spiel immer weiter zu verbessern oder weiterzuentwickeln“, erklärt Neyman. „Mit den Nexus-Anomalien können wir Spielmechaniken testen, die ein bisschen riskant sind.“

Diese experimentellen Spielmechaniken haben für gewöhnlich nur für die Saison Bestand, in der sie eingeführt wurden. Wenn eine Nexus-Anomalie richtig gut funktioniert und den Spielern gefällt, integriert das Team sie vielleicht permanent in das Spiel. Neyman denkt, dass das bei den Erfahrungskugeln der Fall sein wird. Die Testläufe waren bisher sehr befriedigend.

„Erfahrung ist sehr wichtig“, führt Neyman aus, „doch neuen und sogar erfahrenen Spielern ist ihr Wert nicht immer bewusst.“

Dass Neyman dieses Spiel ebenso wie der Rest des Entwicklerteams über alles liebt, wird deutlich, wenn er darüber spricht. Schon vor sechs Jahren, also noch vor der Alpha-Phase von Heroes of the Storm, ist er zum Team gestoßen. Er spielt kontinuierlich und testet nicht nur intern, sondern auch auf dem Live-Server. Es gefällt ihm, dass man sich allein für die Sturmliga einreihen kann, weil ihn das an spontane Basketballspiele – ein weiteres seiner Hobbys – erinnert. Man formt ein Team aus fünf Fremden, die alle einzigartige Stärken und Schwächen mitbringen.

„Wenn es klappt und aus dem Nichts plötzlich toller Teamgeist entsteht, ist das ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt Neyman.

Um dieses Zusammenspiel in Heroes of the Storm durchweg zu ermöglichen, müssen alle Spieler unter anderem genau wissen, wie man das Spiel gewinnt.

„Wir wollen sicherstellen, dass eine optimale Spielweise auch den meisten Spaß macht“, erklärt Neyman.

Das ist die Hauptmotivation hinter den Erfahrungskugeln. Neyman führt interne Statistiken über Helden an, die getrennt vom Team Druck machen oder auf den äußeren Wegen gespielt werden. Diese haben überdurchschnittlich hohe Siegesraten, da ihre Spielmechaniken eine Makro-Spielweise begünstigen.

„Wenn einer oder zwei Spieler das in eurem Team übernehmen, ist das ein großer Vorteil, da das Team stärker wird“, erläutert Neyman. „Ihr bekommt mehr Erfahrung. Ihr setzt eure Gegner auf allen Wegen unter Druck.“

Es ist nicht immer optimal, eine solche Spielweise als absolute Priorität zu sehen. Zum Beispiel ist es ebenso wichtig, eurem Team bei der Eroberung von Zielen zu helfen und in Teamkämpfen zu bestehen. Im Durchschnitt unterschätzen die Spieler von Heroes of the Storm allerdings die Bedeutung von Erfahrung.

Erfahrungskugeln schlagen also zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen machen sie eine Kernerfahrung des Spiels – das Sammeln von Erfahrung – befriedigender und instinktiver. Zum anderen unterstreichen sie die Bedeutung von Erfahrung, sodass sich die Spieler besser koordinieren können und so hoffentlich häufiger dieses großartige spontane Teamgefühl erleben.

Außerdem ergeben dank der Erfahrungskugeln Stufenaufstiege jetzt auch aus narrativer Perspektive Sinn.

„Warum töte ich diesen gesichtslosen Soldaten und werde plötzlich stärker?“, fragt Neyman. „Jetzt gibt es diese Nexus-Energie, die man aufsammelt und die einen stärker macht.“

Ihr habt richtig gehört: Wenn ihr gegnerische Helden besiegt und Dienerwellen auslöscht, macht ihr euch die endlosen Energien zu eigen, die im Nexus toben. Diese multidimensionalen Ströme erschaffen und zerstören Welten wie ein umherirrender Schwarm kosmischer Glühwürmchen. Wenn ihr den leblosen Körpern eurer Gegner die Lebensessenz entzieht, wachsen eure Kräfte, bis ihr so mächtig werdet, dass niemand mehr gegen euch bestehen kann …

(Schwupp, schwupp, schwupp)

Quelle: Blizzard

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